Freitag, 17. August 2007

 

Von Addis nach Dembi

Nachdem ich in Addis noch ein paar Lebensmittel besorgt hatte, die es in Dembi nicht gibt (z.B. Orangen) und am Flughafen meine Gitarre auf einem riesigen Gepaeckhaufen wiedergefunden hatte, konnte es am naechsten morgen in aller frueh Richtung Westen auf die Reise gehen.
Mit einem voll beladenen Jeep ging es dann erst einmal durch ueberfuellte Strassen nach Ambo.

Diese Strecke konnte man richtig geniessen, denn es handelte sich um eine gut geteerte Landstrasse durch aethiopiens Hochland. Gruene Landschaften zierten die Kulisse und an den Berghaengen trieben junge Menschen Sport. Dies allerdings nicht aus gesundheitlichen Gruenden, sondern um sich auf Mittel- und Langstreckenwettkaempfe vorzubereiten. Eine gute Moeglichkeit fuer Aethiopier dem Schicksal der Armut zu entfliehen.
Nach Ambo verschlechterten sich die Strassenverhaeltnisse rapide. Es handelte sich zwar immer noch um Teerstrassen, doch wurden die zuvor vereinzelten Schlagloecher immer haeufiger. Mit einem Jeep mit Allradantrieb macht das aber gar nichts. Auf unserem Weg kamen wir bergauf und bergab immer wieder an kleineren und groesseren Doerfern und Staedten vorbei, die anfangs noch durch Steinhaeuser und spaeter mehr durch Rundhuetten gepraegt waren.

Die Landstrasse, die immer quer durch die Doerfer oder Staedte fuehrte, war voll von Menschen und wenn man sich auf der Strasse zwischen den Doerfern und Staedten befand, musste man immer noch auf ueberquerende Menschen, Kuehe, Ziegen und Esel achten, die ploetzlich aus dem Niergendwo auftauchten.
Je weiter westlich wir kamen, desto groesser wurden die Schlagloecher, sodass man selbst mit einem allradbetriebenem Jeep Probleme bekam, und um so seltener wurden die Doerfer und besonders die Staedte. Wenn man hin und wieder doch mal ein Dorf passierte, arbeiteten dessen Bewohner zumeist auf den umliegenden Feldern oder schlugen irgendwie die "Zeit tot". In manchen Doerfern spielten die Kinder am Strassenrand Tischtennis oder sogar Kicker. Kuehe, Esel, Schafe und Ziegen blockierten aber immer wieder unseren Weg, da sich niemand fuer diese verantwortlich fuehlte. So wiederholte sich das Bild auf unserer langen fahrt immer wieder.

Nach knapp zwoelf Stunden Fahrt erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang unser Nachtquartier in Aira. Dort uebernachteten wir in einer Missionsstation wo einige Finnen wohnen, sodass ich am Abend noch in den Genuss einer Sauna kam. Denn wo die Finnen sind, ist die Saune nicht fern, auch nicht in Aethiopien.

Am naechsten Morgen ging es schon wieder weiter. Dummerweise hatte es die ganze Nacht buchstaeblich aus Eimern gegossen, sodass unsere Fahrt, nun auf Schlammwegen, noch beschwerlicher wurde. Zwischendurch gab es zwar noch einmal 80km frisch asphaltierte Strasse, doch was sind schon 80 km.
Kurz vor Ende unserer Reise versagt auf einer holprigen Schotterpiste auch noch ein Reifen. Gluecklicherweise regnete es aber nicht, sodass der Reifen schnell gewechselt war. Da uns dieses Missgeschick kurz hinter einem Dorf passierte, dauerte es auch nicht lange und wir hatten die Haelfte der Dorfbewohner als Zuschauer. Helfen wollte allerdings niemand.

Nach unserer unfreiwilligen Pause erreichten wir auch schon bald Dembi Dollo, natuerlich diesmal im Regen.

Bei Angela und Martin gab es dann noch Mittagessen - Budena, das aethiopische Nationalgericht aus sauren Teigpfladen, einer Chillisauce, gekochtem Huhn und Reis - bevor es es dann zu meinem neuen Zuhause auf dem Compound der Western Wollega Mekane Yesus Church ging, wo ich den kommenden fuenf Monate auch Englisch unterrichten werden. Hiervon aber die Tage mehr...

Kommentare:
mensch hanno,

das klingt ja alles ziemlich spannend. wo hast denn deinen internetanschluss. in so nem cyber-cafe in einer dieser hütten?! :)
hoffe,die gitarre war noch in dem gleich zustand, wie du sie aufgegeben hast?

grüße aus mumbai

p.s. liegt dubai von frankfurt aus gesehen nicht viel weiter westlich als addis adeba? da musstest ja wieder zurückfliegen...
 
Hallo Hanno,

hier meldet sich mal deine "kleine" Schwester, die ein paar Tage nicht online war und sich doch ein paar Sorgen gemacht hat, ob du überhaupt angekommen bist...! Aber jetzt habe ich ja von dir gehört und kann ruhig feiern gehen (du weißt ja, meine neue Freizeitbeschäftigung! :-))
Allerdings warte ich immer noch noch auf eine Handynummer von dir- hätte nie gedacht, dass es dazu mal kommen würde!!!
Drück dich ganz lieb und lass es dir gut gehen.
Anne
 
Jung, dat is een joude Nachricht!

Karl-Otto und Inge lassen schöne Grüße aus Schanghai bestellen!

Bezogen auf die beschriebenen Zustände der Umwelt und des Landes... lass dich nicht schocken... Indien und Südafrika haben ihre "Perlen" ja auch erst nach einigem "GRaben" preisgegeben.

Mann, bin ich gespannt auf deinen ersten "Lehrerbericht"!!!! Möglicherweise kann ich auch bald was sagen...Bayern hat mich nach Nürnberg gesteckt...hoffentlich melden sich die Niedersachsen bald!

...und morgen is ja was, was war es nochmal ;-D

Don Pimp aka DLD
 
äääh meinte natürlich östlich...

ich doof ich
 
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