Sonntag, 9. September 2007

 

Feiern

Trotz des allgegenwaertigen religioesem Zeigefingers, ist es auch hier
moeglich zu feiern. Alkohol ist zwar verpoent, aber halt nicht verboten und
so gibt es auch in Dembi ein paar Kneipen, wo man es sich am Abend
gemuetlich machen kann. (Die Prohibition hat in den USA ja auch nicht
funktioniert!) Diese sehen von aussen zwar nicht besonders einladend aus,
aber was macht das schon, wenn man eine trockene Kehle hat und sich nach
einem kuehlen Bier sehnt. Und wenn man aus der Biernation Nr 1 stammt,
passiert dies besonders schnell! So setzt man sich auch schonmal in eine
Huette in die kaum Licht dringt und in der mehr Fliegen zu sein scheinen als
Gaeste. Dennoch ist die Musik so laut eingestellt, die natuerlich wieder
ueber knirschende Lautsprecher verbreitet wird, als ob ganz Dembi zu einer
Party eingeladen ist.
Das oertliche “Bedele-Beer” kostet umgerechnet ca. 35 Cent und ist gar nicht
zu verachten. (An alle Magdeburger: Sterni kann da beim besten Willen nicht
mithalten! An alle Wittener: Hansa oder Paderborner-Pils auch nicht!) Bei
diesem Kneipenpreis kann man sich auch schonmal mehr als nur ein Bier
goennen.
Die Inneneinrichtung war auch sehr schlicht gehalten. Neben der Bar gab es
ein paar Tische und Plastikstuehle. Man achte auch auf die schicke gruene
Farbe, die die Waende verziert. (siehe Foto)
Insgesamt eine wirklich nette Erfahrung, die sich bestimmt die naechsten
Tage wiederholen laesst.
Um zu feiern braucht man aber nicht immer Alkohol. Auf der aethiopischen
Hochzeit auf der ich eingeladen war, galt naemlich wieder die uebliche
Einstellung zu diesen Getraenken. Nichts desto trotz hatte ich mich tierisch
darauf gefreut und bin mit grosser Erwartung dort hingegangen. Ein buntes
Brautpaar, ausgelassene Gaeste und Live-Musik schwebten in meinen Gedanken.
Als ich dort ankam wurde ich aber enttaeuscht. Ein kleiner Kassetenrekorder
dudelte ein wenig vor sich hin, im aus Kaffeesaecken zusammengeschusterten
Partyzelt sassen ein paar Gaeste und zu meinem Entsetzen gab es wieder
Budena, eine rote und eine gelbe Sauce. Da meine erneuten Erfahrungen mit
dieser Speise wieder auf dem Klo endeten, habe ich beschlossen, Budena nicht
mehr anzufassen. Dummerweise gibt es diese sauren Teigfladen jeden Tag!
Nach dem Essen ging es auch schon wieder nach Hause, da die Braut und der
Braeutigam sowieso nicht mehr gekommen waeren. Diese waren naemlich irgendwo
anders und feierten ohne die Bekannt- und Verwandtschaft, die bei
kraechzender Musik und Budena im Partyzelt sassen.
Auf den naechsten Bummel durch Dembis Nachtleben freue ich mich schon jetzt.
In diesem Sinne: Prost und bis die Tage:
Hanno

Ps.: Falls ihr euch wundern solltet, dass ich noch nicht arbeite und
unterrichte; dies tue ich auch. Der Schulbeginn wird aber irgendwie
regelmaessig verschoben. So habe ich aber wenigstens noch ein bisschen Zeit
um mich weiter einzuleben und mich schonmal auf den Unterricht
vorzubereiten.





Kommentare:
Hey Hanno,
da war ich mal zwei Wochen nicht auf Deiner Blogseite und es gibt super viel zu lesen. Da muss man ja aufpassen, dass man den Anschluss nicht verpasst.
Schön, dass du Fotos von Menschen, mit denen du eng zusammenlebst, reinstellst. Yuppie, ich hab nämlich Jemanden erkannt. Es ist Lalissa Zacharias, einer meiner damaligen Schüler. Wie geht es ihm, was macht er? Grüß ihn mal lieb von mir.
Qes Teressa und Adde Bashatuu sind gerade hier in Berlin bis Ende September. Hast Du einen Wunsch? Soll ich was über sie an Dich mitschicken?
Tschö nach Dembi
Frieda
 
Hi Hanno,
du bist ja nicht wiederzuerkennen
so trinkfreudig und das in dieser Umgebung find ich toll. Wichtig ist das Du alles vertraegst.
Hier in Brighton findet man gesittete Bars und viele Briten mit dicken Baeuchen, so hat jeder seine Probleme. Es herrscht hier striktes Rauchverbot, sodass sich viele im Freien vor dem Pub aufhalten. Jetzt mag das ja gehen aber wenn Vaerterchen Frost kommt hoert die Gemuetlichkeit auf.
Anyway, ich trinke mal ein pint auf dein Wohl, mal sehen ob Dir das in Deiner neuen Umgebung bekommt.
Bleib vor allem gesund und sei gegruesst.
 
Hi Hanno, schön so viel von dir zu hören...ähh lesen! Wir haben Dich alle ganz dolle letztes Wochenende auf der Geb.feier von Matze vermisst!!! Wenn ich so von Deinen Essenserfahrungen lese, traue ich mich fast gar nicht zu berichten (aber auch nur fast nicht), wie lecker das über offenem Feuer gegrillte Wildschwein geschmeckt hat...
Dr. Dahms hat mir dann auch noch die lustige Geschichte erzählt, wie Du einst mit Herrn Buss durch Bittkau und Umgebung gewildert bist. Sie herzlichst aus Machteburch gegrüßt!!! Jürgen
 
ach hanno, noch was: ich hab den tag im radio gehört, dass in äthiopien erst dieses jahr millenium ist, da dort nie auf den gregorianischen kalender ungestellt wurde...
 
Ach ist das toll...immer wenn ich keine lust mehr aufs hausarbeiten schreiben habe und ne pause brauch, schau ich auf deine seite und freue mich immer, wenn es etwas neues zu lesen und zu sehen gibt. ich hoffe dir geht es gut soweit...liebe grüße die frieda
 
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