Dienstag, 30. Oktober 2007
Sommer adé
Ja, ja, auch hier verabschiedet sich der Sommer so langsam und der Winter erhaelt Einzug. Allerdings kommt mit dem Winter nicht der Regen und die Kaelte, sondern es ist genau andersherum. Die Regenzeit ist nun zu Ende, dafuer wird es von Tag zu Tag immer heisser. Das hat zum einen den Vorteil, dass ich nicht mehr durch Matschstrassen waten muss, allerdings fliegen jetzt ueberall Staubwolken entlang , sodass es manchmal schon schwer ist zu atmen. Vor allem dann wenn eins der seltenen Autos an einem vorbei faehrt oder wenn eine der zahlreichen Kuhherden Dembis Strassen entlang patroullieren. Gut das ich nicht so viele weisse Klamotten mitgenommen habe, die waeren ansonsten sehr schnell braun.
So kommt man halt vom Regen in die Traufe. Naja, ganz so kann man das auch nicht sagen. Mit dem Ende des Regens sind nun auch viele bisher unpassierbare Strassen passierbar geworden. So konnte ich die Tage auch mit Martin das Entwicklungsprojekt der “Meshangir-People” besuchen.
Die Meshangir sind eine eigene Volksgruppe innerhalb Aethiopiens (sie unterscheiden sich schon visuell in Groesse und Hautfarbe von den Oromos) die sich traditionell vom Wald ernaehrt und ein Nomadenleben gefuehrt haben. Doch der immer groesser werdende Drang der Stadtmenschen in die Umgebung sowie die Abholzung des Waldes fuer Feuerholz und die Suche nach neuem Ackerland, zwingen die Meshangir sich fest als Farmer anzusiedeln. Da diese allerdings nicht das noetige “Know-How” dafuer haben, hilft ihnen das “Rural Development Department” der Synode dabei. Leider verlieren sie so natuerlich auch ihre kulturelle Selbststaendigkeit.
Es war aber schon faszinierend wie diese Menschen mitten in der Einoede, abgeschnitten von fliessend Wasser und Strom (so fuehle ich mich in der Stadt allerdings auch hin und wieder mal!!) in Huetten gemeinsam mit ihren Tieren leben. Ein strahlend blauer Himmel mit gewaltigen weissen Wolken umgab die steppenartige Landschaft in der vereinzelt Strohhuetten standen und Tiere weideten, auf die grosse dunkel schwarze Maenner aufpassten und Frauen ihre Kinder auf dem Ruecken trugen.
Einfach genial, ein wenig so wie man sich doch Afrika insgeheim vorstellt.
In der Schuel laeuft alles wunderbar. Auch wenn es hin und wieder mal ganz schoen anstrengend ist, macht es es immer noch Spass.
Da Englisch als Sprache nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Kulturtraeger ist, habe ich letztens ein wenig mit den Schuelern gesungen. Da mir das Gedudel der aethiopischen Musik hin und wieder doch schon mal auf den Zeiger geht, wollte ich meinen Schuelern auch mal die westliche Musik mit “Sailing” von Rod Steward naeher bringen. Es hat auch wunderbar geklappt. Ihnen hat es gefallen und sie haben voller Freude mitgesungen. Zum Abschluss wollten sie mir allerdings noch ihre Musik vorsingen und so bruellten mir 80 Schueler aus voller Kehle ihren Lieblingssong von “Margassa” (in Sachen Musik der Nationalheld der Oromos) entgegen. Lustigerweise unterschied es sich gar nicht vom Original.
Mit dem Theaterprojekt habe ich mittlerweile auch schon begonnen, allerdings kamen 10 mal so viele Schueler als ich erwartet habe, sodas ich mir die Tage etwas einfallen lassen muss, wie ich das bewaeltigen kann.
Auch mit dem Fussballtraining konnte ich vier Wochen nach Schulbeginn endlich anfangen. Nachdem ich lang genug herumgenervt habe, haben sie mir gleich die Leitung uebertragen und mich zum “Herrn der Baelle” gemacht. Naja, “Herr der Baelle” hoert sich ein wenig uebertrieben an. Es sind naemlich gerade mal 2 und einer davon ist auch noch kaput. Der Fussballplatz ist auch der reinste Acker der viele Verletzungsmoeglichkeiten bietet, sodass ich mir auch hier noch was einfallen lassen muss.
Die Schueler haben aber sehr viel Freude an den Angeboten und das ist ja auch die Hauptsache.
Das einzige was wirklich richtig nervt ist, dass ich mich um alles kuemmern muss. Manche meiner Kollegen sitzen lieber die ganze Zeit mit ihren Handys im Schatten, als mit den Kindern etwas produktives zu machen. Das macht einen schonmal ganz schoen wuetend, vor allem wenn man dann auch noch herausfindet, dass gewisse Unterrichtsmaterialien eher gehortet und versteckt, als verwendet werden. Genauso wie mit dem einzig funktionierendem Ball. Den soll schon meine Vorgaengerin mitgebracht haben, die mittlerweile aber schon ueber ein Jahr nicht mehr hier ist. Als ich den Ball nach etlichem fragen dann endlich bekam, war er noch voellig unbenutzt. (Die Aufschrift “Fielmann” konnte man auf dem weissen Leder noch super lessen. Dies ist jetzt allerdings schon nicht mehr moeglich.) Entweder haben sie die ganze Zeit mit der kaputten Poecke oder ueberhaupt nicht gespielt. Ohne Worte!
Davon habe ich jetzt sowieso schon wieder viel zu viele benutzt. In diesem Sinne liebe Gruesse bis zum naechsten Eintrag:
Hanno
So kommt man halt vom Regen in die Traufe. Naja, ganz so kann man das auch nicht sagen. Mit dem Ende des Regens sind nun auch viele bisher unpassierbare Strassen passierbar geworden. So konnte ich die Tage auch mit Martin das Entwicklungsprojekt der “Meshangir-People” besuchen.
Die Meshangir sind eine eigene Volksgruppe innerhalb Aethiopiens (sie unterscheiden sich schon visuell in Groesse und Hautfarbe von den Oromos) die sich traditionell vom Wald ernaehrt und ein Nomadenleben gefuehrt haben. Doch der immer groesser werdende Drang der Stadtmenschen in die Umgebung sowie die Abholzung des Waldes fuer Feuerholz und die Suche nach neuem Ackerland, zwingen die Meshangir sich fest als Farmer anzusiedeln. Da diese allerdings nicht das noetige “Know-How” dafuer haben, hilft ihnen das “Rural Development Department” der Synode dabei. Leider verlieren sie so natuerlich auch ihre kulturelle Selbststaendigkeit.
Es war aber schon faszinierend wie diese Menschen mitten in der Einoede, abgeschnitten von fliessend Wasser und Strom (so fuehle ich mich in der Stadt allerdings auch hin und wieder mal!!) in Huetten gemeinsam mit ihren Tieren leben. Ein strahlend blauer Himmel mit gewaltigen weissen Wolken umgab die steppenartige Landschaft in der vereinzelt Strohhuetten standen und Tiere weideten, auf die grosse dunkel schwarze Maenner aufpassten und Frauen ihre Kinder auf dem Ruecken trugen.
Einfach genial, ein wenig so wie man sich doch Afrika insgeheim vorstellt.
In der Schuel laeuft alles wunderbar. Auch wenn es hin und wieder mal ganz schoen anstrengend ist, macht es es immer noch Spass.
Da Englisch als Sprache nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Kulturtraeger ist, habe ich letztens ein wenig mit den Schuelern gesungen. Da mir das Gedudel der aethiopischen Musik hin und wieder doch schon mal auf den Zeiger geht, wollte ich meinen Schuelern auch mal die westliche Musik mit “Sailing” von Rod Steward naeher bringen. Es hat auch wunderbar geklappt. Ihnen hat es gefallen und sie haben voller Freude mitgesungen. Zum Abschluss wollten sie mir allerdings noch ihre Musik vorsingen und so bruellten mir 80 Schueler aus voller Kehle ihren Lieblingssong von “Margassa” (in Sachen Musik der Nationalheld der Oromos) entgegen. Lustigerweise unterschied es sich gar nicht vom Original.
Mit dem Theaterprojekt habe ich mittlerweile auch schon begonnen, allerdings kamen 10 mal so viele Schueler als ich erwartet habe, sodas ich mir die Tage etwas einfallen lassen muss, wie ich das bewaeltigen kann.
Auch mit dem Fussballtraining konnte ich vier Wochen nach Schulbeginn endlich anfangen. Nachdem ich lang genug herumgenervt habe, haben sie mir gleich die Leitung uebertragen und mich zum “Herrn der Baelle” gemacht. Naja, “Herr der Baelle” hoert sich ein wenig uebertrieben an. Es sind naemlich gerade mal 2 und einer davon ist auch noch kaput. Der Fussballplatz ist auch der reinste Acker der viele Verletzungsmoeglichkeiten bietet, sodass ich mir auch hier noch was einfallen lassen muss.
Die Schueler haben aber sehr viel Freude an den Angeboten und das ist ja auch die Hauptsache.
Das einzige was wirklich richtig nervt ist, dass ich mich um alles kuemmern muss. Manche meiner Kollegen sitzen lieber die ganze Zeit mit ihren Handys im Schatten, als mit den Kindern etwas produktives zu machen. Das macht einen schonmal ganz schoen wuetend, vor allem wenn man dann auch noch herausfindet, dass gewisse Unterrichtsmaterialien eher gehortet und versteckt, als verwendet werden. Genauso wie mit dem einzig funktionierendem Ball. Den soll schon meine Vorgaengerin mitgebracht haben, die mittlerweile aber schon ueber ein Jahr nicht mehr hier ist. Als ich den Ball nach etlichem fragen dann endlich bekam, war er noch voellig unbenutzt. (Die Aufschrift “Fielmann” konnte man auf dem weissen Leder noch super lessen. Dies ist jetzt allerdings schon nicht mehr moeglich.) Entweder haben sie die ganze Zeit mit der kaputten Poecke oder ueberhaupt nicht gespielt. Ohne Worte!
Davon habe ich jetzt sowieso schon wieder viel zu viele benutzt. In diesem Sinne liebe Gruesse bis zum naechsten Eintrag:
Hanno
Kommentare:
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Moin moin Herr Fromm.
Wie schon mal gesagt. Ein Eintrag Deinerseits OHNE jedweden Kommentar stehen zu lassen geht einfach nicht.
Desswegen folgen hiermit liebe Gruesse aus Deiner Heimat.
Das soll's dann auch schon gewesen sein.
Gruss
Ramon
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Wie schon mal gesagt. Ein Eintrag Deinerseits OHNE jedweden Kommentar stehen zu lassen geht einfach nicht.
Desswegen folgen hiermit liebe Gruesse aus Deiner Heimat.
Das soll's dann auch schon gewesen sein.
Gruss
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